Der BTN-Mississippi-Straddle macht die Range des Callers deutlich weiter als bei einem Cold Call. Deshalb sollte der Opener auf den meisten Boards häufiger und kleiner c-betten.
Wenn in Live-Cashgames ein BTN-Mississippi-Straddle im Spiel ist, verändert sich die Preflop-Struktur deutlich. Der BTN hat den Straddle bereits gepostet und schließt gegen einen Open-Raise als Letzter die Action. Das heißt, er bekommt einen viel besseren Preis als ein normaler BTN-Cold-Caller.
Deshalb sollte man einen Pot, in dem UTG eröffnet und der BTN-Straddler callt, nicht wie einen BTN-Cold-Call-Pot in einem standardmäßigen 2-Blind-Spiel interpretieren. Der passendere Vergleich ist ein BB-Caller. Es handelt sich nicht um eine Range, die nur starke Hände zum Call auswählt, sondern eher um eine Range, die mit Rabatt weit verteidigt.
In BTN-Straddle-Pots kann der Opener auf vielen Boards seine C-Bet-Frequenz erhöhen. Der Grund ist einfach: In der Range des BTN befinden sich viel mehr Hände, die den Flop komplett verfehlt haben. Hände wie Q4o, T5o oder 32s kommen in einer standardmäßigen BTN-Cold-Call-Range kaum vor, können in einer Straddle-Call-Range aber teilweise enthalten sein.
Das bedeutet jedoch nicht, dass man große Sizings beliebig einsetzen kann. Dass der BTN weit callt, heißt zwar, dass er viele schwache Hände hat, aber gleichzeitig auch, dass er auf niedrigen Karten oder paired Boards häufiger seltsame Trips und Two Pair halten kann. Der Kern der Strategie besteht daher nicht in großem Druck, sondern darin, mit einem kleinen Sizing den Equity-Vorteil der gesamten Range zu realisieren.
Preflop-Pot: SB 2 + BB 5 + Hero 25 + BTN 25 = 57
Flop-Bet: 18 into 57, etwa 32% Pot
Benötigte Call-Equity für Villain: 18 / (57 + 18 + 18) = 19.4%
Eine kleine Bet bringt viele komplett verfehlte Hände von Villain zum Folden und erhält zugleich Heros Overcard-Equity
In einem standardmäßigen 2-Blind-Spiel wäre ein solches Board für UTG gegen einen BTN-Cold-Call sehr unangenehm. Der BTN hat einige suited Connectors, mittlere Paare, Sets und starke Draws, während UTG out of position zuerst mit Turn-Veränderungen umgehen muss.
Gegen einen BTN-Straddle-Caller ändert sich die Geschichte jedoch. Es stimmt, dass der BTN 76s, 66 und 33 haben kann, aber gleichzeitig hat er viel häufiger Hände wie K4o, J5o oder Q2s, die gar nichts getroffen haben. Deshalb kann UTG statt mit der gesamten Range nur zu checken kleine C-Bets einstreuen und Air unter Druck setzen.
Dieses Board erzeugt auf beiden Seiten viele Draws und Paare. Auch in einer Standardstruktur ist eine gewisse C-Bet-Frequenz möglich, aber in BTN-Straddle-Pots steigt die Frequenz. Große Sizings eignen sich jedoch schwer als Default, weil der BTN mehr Kombinationen wie 97s, T7s oder 86o haben kann.
Broadway-Boards zeigen den Range-Vorteil von UTG deutlich. Starke Kombinationen wie AA, QQ, JJ, AK und AQ sind auf Seiten des Openers dichter vertreten, während die weite Call-Range des BTN-Straddlers durch viele schwache Hände verdünnt wird.
Auf solchen Boards kann man sehr häufig kleine C-Bets einsetzen, und mit einigen starken Value-Händen und Bluffs können auch größere Sizings in Betracht kommen. Da das Board relativ statisch ist, ist auch das Risiko geringer, dass sich die Struktur am Turn stark umkehrt.
Niedrige paired Boards erfordern die meiste Vorsicht. Ein standardmäßiger BTN-Cold-Caller hat nicht viele 5x-Kombinationen. Deshalb kann eine Strategie funktionieren, bei der der Opener mit großen C-Bets Druck ausübt.
Der BTN-Straddler ist jedoch anders. Hände wie A5o, K5s, 65o oder 54s, die man in normalen Cold Calls nur selten sieht, kommen viel häufiger vor. Die weite Range liefert dem Opener normalerweise gute Angriffsziele, erhöht auf niedrigen paired Boards aber stattdessen die Trips-Dichte des BTN.
Auf mittleren paired Boards kann der BTN in gewissem Umfang 8x haben, daher ist ein kleines Sizing natürlich. Auf einem high-paired Board wie KK5 hat UTG weiterhin einen starken Range-Vorteil, aber auch der BTN-Straddler könnte Kx weiter verteidigt haben. Deshalb ist es sinnvoll, die Frequenz zu erhöhen, ohne das Sizing übermäßig groß zu machen.
Diese Anpassung ist am deutlichsten in Spots mit großem Range-Unterschied, etwa UTG-Minraise gegen BTN-Straddle-Call. Wenn hingegen der CO auf 3x eröffnet und der BTN callt, liegen die beiden Ranges näher beieinander.
Auf einem 763-Two-Tone-Board kann der CO zum Beispiel selbst gegen einen BTN-Straddler nicht einfach blind seine C-Bet-Frequenz erhöhen. Die CO-Opening-Range selbst ist weiter als UTG, und der Equity-Unterschied zur Defense-Range des BTN ist weniger groß. Auf Boards wie AQJ rainbow, auf denen der High-Card-Vorteil des Openers klar ist, bleibt der Straddle-Effekt dagegen weiterhin bestehen.
C-Bet-Checkliste für BTN-Straddle-Pots
Die wichtigste Frage in Pots mit BTN-Mississippi-Straddle lautet nicht: "Wie viele starke Hände hat der BTN?" Die bessere Frage lautet: "Wie viele Hände aus der weiten Call-Range des BTN haben diesen Flop komplett verfehlt?"
Auf den meisten Boards fällt die Antwort zugunsten des Openers aus. Deshalb ist eine Strategie mit häufigeren kleinen C-Bets stark. Auf Texturen wie niedrigen paired Boards, auf denen die weite Range des BTN seine Trips deutlich erhöht, sollte man große Sizings jedoch reduzieren.
원문: https://blog.gtowizard.com/mississippi-straddles-building-a-cbetting-strategy-vs-btn/
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